Geschichte und Aktuelles · Schweiz-EU

Schweiz–EU: fast siebzig Jahre Geschichte bis zu den Bilateralen III

Von der EFTA über das Nein zum EWR und die Bilateralen I bis zum aufgegebenen Rahmenabkommen: die Etappen bis zum EU-Vertragspaket und der Stand heute.

Wo steht das Dossier?

Aktualisiert am 15.10.2026
  1. Common Understanding Schweiz–EU27. Oktober 2023
  2. Verhandlungsmandat8. März 2024
  3. Abschluss der Verhandlungen20. Dezember 2024
  4. VernehmlassungJuni bis Oktober 2025
  5. Unterzeichnung in Brüssel2. März 2026
  6. Botschaft an das Parlament13. März 2026
  7. LäuftBeratungen im ParlamentDer Ständerat hat den Teil «Stabilisierung» genehmigt (25 zu 16 Stimmen, 2 Enthaltungen) und will ihn Volk und Ständen zur Abstimmung unterbreiten. Für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat er das gewählt. Das Stromabkommen ist auf den Winter verschoben. Im Nationalrat prüft die Kommission das Dossier im Oktober und November; das Ende der Beratungen wird nicht vor Anfang 2027 erwartet.
  8. FolgtVolksabstimmung2027 oder 2028 · Datum nicht festgelegt.

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Die Geschichte

Seit 1972 hat das Schweizer Stimmvolk rund zehnmal über Europa abgestimmt. Um das 2026 unterzeichnete Paket zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück auf vier grosse Phasen.

Handel ohne Beitritt (1957–1992)

Als sechs Staa­ten 1957 die Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­ge­mein­schaft grün­den, wählt die Schweiz einen an­de­ren Weg: 1960 grün­det sie die Eu­ro­päi­sche Frei­han­dels­as­so­zia­ti­on (EFTA) mit, ohne su­pra­na­tio­na­le In­sti­tu­tio­nen1. 1972 un­ter­zeich­net sie mit der EWG ein Frei­han­dels­ab­kom­men über In­dus­trie­pro­duk­te, das 72,5 % der Stim­men­den und alle Kan­to­ne an­neh­men2. Dieses Ab­kom­men bleibt die Grund­la­ge des Han­dels mit der EU; das Paket von 2026 ändert es nicht3.

Am 6. De­zem­ber 1992 lehnt das Volk den Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum mit 50,3 % Nein-Stim­men ab, bei einer Stimm­be­tei­li­gung von 78,7 %; sech­zehn Kan­to­ne sagen Nein, sieben Ja, dar­un­ter alle West­schwei­zer Kan­to­ne und die beiden Basel4.

Der bilaterale Weg (1993–2009)

Nach diesem Nein ver­han­delt die Schweiz Sektor für Sektor. Die Bi­la­te­ra­len I (Per­so­nen­frei­zü­gig­keit, Ver­kehr, Land­wirt­schaft, For­schung usw.) werden am 21. Mai 2000 mit 67,2 % der Stim­men an­ge­nom­men, danach die Bi­la­te­ra­len II; davon wurde Schen­gen/Dublin 2005 mit 54,6 % an­ge­nom­men5. Das Volk be­stä­tigt danach zwei­mal die Aus­deh­nung der Per­so­nen­frei­zü­gig­keit, 2005 und 20096.

Die in­sti­tu­tio­nel­le Frage (2008–2021)

Ab 2008 ver­langt die EU einen ge­mein­sa­men Rahmen für die Wei­ter­ent­wick­lung dieser Ab­kom­men7. Die Ver­hand­lun­gen über ein Rah­men­ab­kom­men be­gin­nen 2014, im Jahr, in dem das Volk die In­itia­ti­ve «Gegen Mas­sen­ein­wan­de­run­g» mit 50,3 % an­nimmt8. 2020 lehnt es hin­ge­gen die Be­gren­zungs­in­itia­ti­ve mit 61,7 % ab9. Am 26. Mai 2021 bricht der Bun­des­rat die Ver­hand­lun­gen über das Rah­men­ab­kom­men ab, weil keine Ei­ni­gung über die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit, den und die zu­stan­de kommt10. Seit­her drohen die be­stehen­den Ab­kom­men laut Bun­des­rat «schritt­wei­se an Sub­stanz zu ver­lie­ren»11.

Das Paket (seit 2022)

2022 ändert der Bun­des­rat die Me­tho­de: ein Paket von Ab­kom­men, mit in­sti­tu­tio­nel­len Regeln für jedes ein­zel­ne Ab­kom­men12. Neu ge­gen­über den Bi­la­te­ra­len I und II: Die Schweiz ver­pflich­tet sich, die Wei­ter­ent­wick­lung des EU-Rechts in diesen Ab­kom­men zu über­neh­men, ohne dar­über mit­zu­stim­men. Ein Streit geht an den , dann an ein , und kann zu führen, also zur teil­wei­sen Aus­set­zung von Vor­tei­len13. Die im März 2024 auf­ge­nom­me­nen Ver­hand­lun­gen werden im De­zem­ber 2024 nach 197 Sit­zun­gen ab­ge­schlos­sen14. Das Paket wird am 2. März 2026 un­ter­zeich­net und am 13. März dem Par­la­ment über­wie­sen15.

Vom 28. Sep­tem­ber bis 1. Ok­to­ber 2026 hat sich der Stän­de­rat als Erst­rat ge­äus­sert. Er hat den Teil «Sta­bi­li­sie­run­g» mit 25 zu 16 Stim­men bei 2 Ent­hal­tun­gen ge­neh­migt16 und will ihn Volk und Stän­den zur Ab­stim­mung un­ter­brei­ten17. Für die Ab­kom­men über Ge­sund­heit und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit hat er das fa­kul­ta­ti­ve Re­fe­ren­dum ge­wählt, bei dem das Volks­mehr genügt18. Das Strom­ab­kom­men ist auf den Winter ver­scho­ben. Der Na­tio­nal­rat muss noch ent­schei­den. Ein Ab­stim­mungs­da­tum ist nicht fest­ge­legt: Die SDA nennt 2027 oder 202819.

Die Zeitleiste unten zeigt jede Etappe im Detail, mit Quelle. Die Aktualitätsartikel erklären die laufenden Debatten.

  1. 1HLS, «EFTA» Quelle 
  2. 2Swissvotes, Vorlage 233 Quelle 
  3. 3Botschaft des Bundesrates, Ziff. 1.1p. 35 
  4. 4Swissvotes, Vorlage 388 Quelle 
  5. 5Botschaft des Bundesrates, Ziff. 1.1p. 36 Botschaft des Bundesratesp. 37 
  6. 6Swissvotes, Vorlage 540 Quelle 
  7. 7Bericht des Bundesrates, 26.05.2021 Quelle 
  8. 8Swissvotes, Vorlage 580 Quelle 
  9. 9Swissvotes, Vorlage 631 Quelle 
  10. 10Botschaft des Bundesratesp. 38 
  11. 11Botschaft des Bundesratesp. 38 
  12. 12Botschaft des Bundesrates, Ziff. 1.2p. 40 
  13. 13FZA: Institutionelles Protokoll, Art. 5p. 6 FZA: Institutionelles Protokoll, Art. 10p. 9 FZA: Institutionelles Protokoll, Art. 11p. 10 
  14. 14Botschaft des Bundesrates, Ziff. 1.3.2p. 45 
  15. 15Botschaft des Bundesrates, Ziff. 4.2.1p. 1033 
  16. 16Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8570 Quelle 
  17. 17Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8568 Quelle 
  18. 18SDA (frz.), 01.10.2026 Quelle 
  19. 19SDA (frz.), 01.10.2026 Quelle 

43 · 1950–2020

Die ganze Zeitleiste

1950

  1. 25. März 1957

    Römische Verträge

    Sechs Staaten (Frankreich, Westdeutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg) gründen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Euratom. Die Schweiz bleibt abseits. EDA, Chronologie, S. 37

1960

  1. 4. Januar 1960

    Die Schweiz ist Gründungsmitglied der EFTA

    Mit Österreich, Dänemark, Grossbritannien, Norwegen, Portugal und Schweden gründet die Schweiz die Europäische Freihandelsassoziation: eine Freihandelszone ohne supranationale Institutionen. Historisches Lexikon der Schweiz, «EFTA»

1970

  1. 22. Juli 1972

    Freihandelsabkommen mit der EWG

    Die Schweiz unterzeichnet mit der EWG ein Abkommen, das die Zölle auf Industrieprodukte abschafft. Es bleibt die Grundlage des Handels mit der EU; das Paket von 2026 ändert es nicht. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.1·S. 35

  2. 3. Dezember 1972

    Ja zum Freihandel: 72,5 %

    Volk und alle Kantone stimmen dem Abkommen zu. Das Parlament hatte es Volk und Ständen unterbreitet, ohne dass die Verfassung dies verlangte (sogenanntes Referendum sui generis). Auf diesen Präzedenzfall berufen sich 2026 die Befürworter des Ständemehrs. Swissvotes, Vorlage 233 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 4.2.2.1.3·S. 1036

1990

  1. 2. Mai 1992

    Unterzeichnung des EWR-Abkommens

    Die EFTA-Staaten, darunter die Schweiz, unterzeichnen mit der Gemeinschaft das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum, das ihnen den Binnenmarkt öffnen soll. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.1·S. 35

  2. 26. Mai 1992

    Gesuch um Aufnahme von Beitrittsverhandlungen

    Nach einem Entscheid des Bundesrates mit 4 zu 3 Stimmen reicht die Schweiz in Brüssel ein Gesuch um Aufnahme von Beitrittsverhandlungen ein. Laut Année politique suisse wurde dieser Schritt damals als taktischer Fehler vor der EWR-Abstimmung kritisiert. EDA, Chronologie, S. 37 Année politique suisse, 1992

  3. 6. Dezember 1992

    Nein zum EWR

    Das Volk lehnt den EWR mit 50,3 % Nein ab (1'786'708 Nein gegen 1'762'872 Ja, also 23'836 Stimmen Unterschied), bei einer Stimmbeteiligung von 78,7 %. Sechzehn Kantone sagen Nein, sieben Ja, darunter alle Westschweizer Kantone und die beiden Basel. Swissvotes, Vorlage 388 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.1·S. 36

  4. 8. November 1993

    Geburt des bilateralen Wegs

    Die EU ist bereit, sektoriell zu verhandeln, sofern die Dossiers gemeinsam abgeschlossen werden. Das ist der Ursprung der «Guillotine-Klausel», welche die Abkommen der Bilateralen I verbindet. EDA, Chronologie, S. 36

  5. 21. Juni 1999

    Unterzeichnung der Bilateralen I

    In Luxemburg werden sieben Abkommen unterzeichnet: Personenfreizügigkeit, technische Handelshemmnisse, öffentliches Beschaffungswesen, Landwirtschaft, Forschung, Luftverkehr und Landverkehr. Sie sind durch die Guillotine-Klausel miteinander verbunden. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.1·S. 36

2000

  1. 21. Mai 2000

    Ja zu den Bilateralen I: 67,2 %

    Nach einem fakultativen Referendum nimmt das Volk die Bilateralen I mit 67,2 % der Stimmen an. Im Parlament war der Antrag, sie dem obligatorischen Referendum zu unterstellen, mit 146 zu 26 Stimmen abgelehnt worden. Swissvotes, Vorlage 464 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 4.2.2.1.3·S. 1037

  2. 1. Juni 2002

    Inkrafttreten der Bilateralen I

    Die sieben Abkommen treten in Kraft, zusammen mit den flankierenden Massnahmen der Schweiz zum Schutz der Löhne. EDA, Chronologie

  3. 26. Oktober 2004

    Unterzeichnung der Bilateralen II

    Neun Dossiers werden unterzeichnet, darunter Schengen, Dublin, Zinsbesteuerung, Betrugsbekämpfung und verarbeitete Landwirtschaftsprodukte. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.1·S. 36

  4. 5. Juni 2005

    Ja zu Schengen/Dublin: 54,6 %

    Als einziger Teil der Bilateralen II, über den abgestimmt wird, wird Schengen/Dublin mit 54,6 % der Stimmen angenommen. Diese Abkommen sehen bereits eine von EU-Recht vor. Swissvotes, Vorlage 517 Botschaft des Bundesrates·S. 37

  5. 25. September 2005

    Personenfreizügigkeit auf die neuen Mitgliedstaaten ausgedehnt

    Das Volk stimmt mit 56,0 % der Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die zehn Staaten zu, die 2004 der EU beigetreten sind. Swissvotes, Vorlage 519

  6. 8. Februar 2009

    Weiterführung der Personenfreizügigkeit

    Das Volk stimmt mit 59,6 % der Weiterführung der Personenfreizügigkeit und ihrer Ausdehnung auf Bulgarien und Rumänien zu. Swissvotes, Vorlage 540

2010

  1. 9. Februar 2014

    Ja zur Masseneinwanderungsinitiative

    Die Initiative «Gegen Masseneinwanderung» der SVP wird mit 50,3 % der Stimmen angenommen (19'302 Stimmen Unterschied): Sie schafft Artikel 121a der Bundesverfassung. Das Umsetzungsgesetz von 2016 führt statt Kontingenten eine Stellenmeldepflicht ein. Swissvotes, Vorlage 580 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 2.3·S. 270

  2. 22. Mai 2014

    Beginn der Verhandlungen über das Rahmenabkommen

    Die Schweiz und die EU beginnen, über ein gemeinsames institutionelles Abkommen zu verhandeln: Rechtsübernahme, Auslegung, Überwachung und Streitbeilegung. EDA, Chronologie, S. 24

  3. 27. Juli 2016

    Rückzug des Beitrittsgesuchs

    Gestützt auf eine von beiden Kammern angenommene Motion schreibt der Bundesrat der EU, das Beitrittsgesuch von 1992 sei «als zurückgezogen zu betrachten». Brief des Bundesrates, 27.07.2016 Botschaft des Bundesrates·S. 37

2020

  1. 27. September 2020

    Nein zur Begrenzungsinitiative: 61,7 %

    Die Initiative der SVP, die die Personenfreizügigkeit beendet hätte, wird mit 61,7 % der Stimmen abgelehnt. Swissvotes, Vorlage 631 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 2.3·S. 270

  2. 26. Mai 2021

    Abbruch des Rahmenabkommens

    Der Bundesrat verzichtet auf die Unterzeichnung des Rahmenabkommens, wegen «substanzieller Differenzen» bei der Personenfreizügigkeit, beim Lohnschutz und bei den staatlichen Beihilfen. In der Folge aktualisiert die EU das Abkommen über Medizinprodukte nicht mehr, und die Schweiz wird bei Horizon Europe als nicht assoziierter Drittstaat behandelt. Botschaft des Bundesrates·S. 81 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 2.4·S. 472 EDA, Chronologie, S. 12

  3. 30. September 2021

    Freigabe des zweiten Beitrags

    Das Parlament gibt den zweiten zugunsten von EU-Ländern frei, rund 1,3 Milliarden Franken (30 zu 9 Stimmen im Ständerat, 131 zu 55 im Nationalrat). RTS (frz.), 30.09.2021

  4. 25. Februar 2022

    Neuer Ansatz: ein Paket

    Der Bundesrat ersetzt das einheitliche Rahmenabkommen durch ein Paket: Die institutionellen Regeln werden Abkommen für Abkommen eingefügt, dazu kommen neue Abkommen (Strom, Lebensmittelsicherheit, Gesundheit) und die Teilnahme an EU-Programmen. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.2·S. 40 Bundesrat, 25.02.2022

  5. März 2022 bis September 2023

    Sondierungsgespräche

    Elf Sondierungsrunden und 46 technische Gespräche dienen der Klärung, ob eine Verhandlungsgrundlage besteht. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.1·S. 43 EDA, Chronologie, S. 7–10

  6. 27. Oktober 2023

    Common Understanding Schweiz–EU

    Die Schweiz und die EU legen in einem rechtlich nicht verbindlichen «Common Understanding» den Rahmen der künftigen Verhandlungen fest. Gemeinsame Verständigung·S. 1 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.1·S. 42

  7. 8. März 2024

    Verhandlungsmandat

    Der Bundesrat verabschiedet sein definitives Mandat, nach Konsultation der parlamentarischen Kommissionen, der Kantone und der Sozialpartner. Am selben Tag lässt er die Frage des Referendums prüfen. Definitives Verhandlungsmandat·S. 1 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.2·S. 43

  8. 18. März 2024

    Beginn der Verhandlungen

    Bundespräsidentin Viola Amherd und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen eröffnen offiziell die Verhandlungen. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.2·S. 43 Bundesrat, 18.03.2024

  9. 20. Dezember 2024

    Abschluss der Verhandlungen

    Nach 197 Sitzungen schliessen die Unterhändler den Inhalt des Pakets ab; die Texte sind noch nicht unterzeichnet. Der Bundesrat hält die Ziele seines Mandats für erreicht. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.2·S. 45 Bundesrat, 20.12.2024

  10. 21. März 2025

    Vierzehn Massnahmen zum Lohnschutz

    Der Bundesrat verabschiedet 14 inländische Massnahmen. Sozialpartner und Kantone hatten sich auf 13 davon geeinigt; die 14., ein Kündigungsschutz für Arbeitnehmervertreter, wurde vom Bundesrat hinzugefügt. EDA, Chronologie, S. 5 Offizielle FAQ·S. 24

  11. 30. April 2025

    Entscheid für das fakultative Referendum

    Der Bundesrat schlägt vor, das Paket dem fakultativen Referendum zu unterstellen, also nur dem Volksmehr, und hält fest, dass das Parlament letztlich entscheidet. Bundesrat, 30.04.2025 EDA, Chronologie, S. 5

  12. 21. Mai 2025

    Paraphierung der Abkommen in Bern

    Die Chefunterhändler setzen ihre Initialen unter die Texte: Der Inhalt steht fest, aber die Schweiz ist damit noch nicht gebunden. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.2·S. 45 EDA, Chronologie, S. 4

  13. 13. Juni bis 31. Oktober 2025

    Vernehmlassung

    Die Vernehmlassung ergibt 318 Stellungnahmen und 1059 Rückmeldungen von Privatpersonen. Von 215 Teilnehmern, die sich zum Gesamtpaket äussern, befürworten es 159, 31 lehnen es ab und 25 bleiben unentschieden. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.7·S. 65 Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.7·S. 66

  14. 21. Oktober 2025

    Die Kompass-Initiative kommt zustande

    Die Volksinitiative «Für eine direktdemokratische und wettbewerbsfähige Schweiz – keine EU-Passivmitgliedschaft» (Kompass-Initiative) kommt mit 111'422 gültigen Unterschriften zustande. Sie verlangt für solche Verträge das Volks- und Ständemehr. Bundesamt für Justiz

  15. 2. März 2026

    Unterzeichnung in Brüssel

    Bundespräsident Guy Parmelin und Ursula von der Leyen unterzeichnen die Abkommen in Brüssel. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 1.3.2·S. 45 EDA, Chronologie, S. 3

  16. 13. März 2026

    Botschaft an das Parlament

    Der Bundesrat überweist dem Parlament seine Botschaft (Geschäft 26.023) und 9 Bundesbeschlüsse, von denen 4 dem Referendum unterstehen: Stabilisierung, Strom, Lebensmittelsicherheit und Gesundheit. Botschaft des Bundesrates·Ziff. 4.2.1·S. 1033 Bundesrat, 13.03.2026

  17. 22. April 2026

    Vereinbarung mit den Kantonen

    Der Bundesrat genehmigt eine Vereinbarung, welche die Kantone an der Übernahme von EU-Recht, an den Gemischten Ausschüssen und an der Streitbeilegung beteiligt. Sie wird nach den parlamentarischen Beratungen unterzeichnet. Bundesrat, 22.04.2026 EDA, Chronologie, S. 2

  18. 14. Juni 2026

    Nein zur «10-Millionen-Schweiz»

    Die Initiative der SVP, die eine Bevölkerungsobergrenze und als letztes Mittel das Ende der Personenfreizügigkeit anstrebte, wird mit 54,79 % der Stimmen abgelehnt, bei einer Stimmbeteiligung von 58,9 %. SRF, 14.06.2026 EDA, Chronologie, S. 2

  19. 12. August 2026

    Der Bundesrat hält am fakultativen Referendum fest

    Er ist der Ansicht, dass die Abkommen die Voraussetzungen für ein obligatorisches Referendum nicht erfüllen, und empfiehlt, die Kompass-Initiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Bundesrat, 12.08.2026

  20. 28. September bis 1. Oktober 2026

    Der Ständerat berät das Paket

    Als Erstrat tritt der Ständerat laut Presseberichten mit 29 zu 15 Stimmen auf das Paket ein. Er hält an der Lohnschutzmassnahme 14 fest: Der Antrag, sie zu streichen, wird mit 26 zu 19 Stimmen abgelehnt. Er fügt eine an die gekoppelte Zuwanderungsabgabe hinzu. RTS (frz.), 28.09.2026 Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8558 swissinfo (frz.), 29.09.2026

  21. 30. September 2026

    Der Ständerat genehmigt die Stabilisierung

    Er genehmigt den Bundesbeschluss «Stabilisierung» mit 25 zu 16 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Er will ihn Volk und Ständen zur Abstimmung unterbreiten, auf zwei Wegen: mit einem obligatorischen Referendum sui generis, ohne dass die Verfassung dies verlangt (23 zu 17 Stimmen, 3 Enthaltungen), oder mit einem separaten Verfassungsbeschluss (23 zu 18, 2 Enthaltungen). Der Nationalrat muss sich zwischen den beiden Wegen entscheiden. Der Ständerat genehmigt auch die drei Kredite des Beitrags, mit je 31 zu 11 Stimmen. Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8570 Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8568 Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8572 Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8576 Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8579 Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8582

  22. 1. Oktober 2026

    Ende der ersten Beratung, Strom verschoben

    Der Ständerat genehmigt den Erasmus+-Kredit 2027 (23 zu 19 Stimmen, 2 Enthaltungen). Laut SDA genehmigt er auch die Abkommen über Gesundheit (31 zu 11 Stimmen, 1 Enthaltung) und Lebensmittelsicherheit (28 zu 14, 2 Enthaltungen) und wählt für sie das fakultative Referendum. Das Stromabkommen wird auf die Wintersession verschoben. Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8586 SDA (frz.), 01.10.2026

  23. LäuftOktober und November 2026

    Vorberatung in der Kommission des Nationalrates

    Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates tagt am 19.–21. Oktober, 5.–6. November und 16.–18. November; die Staatspolitische Kommission behandelt die Referendumsfrage am 12. und 13. November. Parlament, Sitzungsplanung APK-N

  24. Folgt30. November bis 18. Dezember 2026

    Wintersession

    Der Ständerat soll dort das Stromabkommen behandeln. Das Programm des Nationalrates ist noch nicht veröffentlicht; laut SDA ist das Ende der Beratungen nicht vor Anfang 2027 zu erwarten. Parlament, Sessionen SDA (frz.), 01.10.2026

  25. Folgt2027 oder 2028 (Datum nicht festgelegt)

    Volksabstimmung

    Es gibt kein offizielles Datum. Die SDA nennt 2027 oder 2028; die Befürworter des Pakets peilen den 6. Juni 2027 an, andere Beobachter halten 2028 für wahrscheinlicher. SDA (frz.), 01.10.2026 SRF, 29.09.2026

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