Abkommen 08 von 9 · Arbeit und Bildung

EU-Programme und Weltraum

Die Schweiz wird wieder an den europäischen Forschungsprogrammen und ab 2027 an den Bildungsprogrammen assoziiert, gegen einen BIP-basierten Beitrag.

Aktualisiert am Hauptquelle Botschaft des Bundesrates

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Was sich ändert

Vorteile für die Schweiz

  • Forscher in der Schweiz können wieder Projekte koordinieren und Einzelstipendien erhalten, die ihnen von 2021 bis 2024 verschlossen waren. Das sind jene des Europäischen Forschungsrats (ERC), die Mobilitätsstipendien Marie Skłodowska-Curie (MSCA) und die Förderung des Europäischen Innovationsrats (EIC) Botschaft des Bundesrates·S. 570Botschaft des Bundesrates·S. 573
  • Laut Bundesrat entspricht der finanzielle Rückfluss an Forscher in der Schweiz historisch «in etwa» den geleisteten Beiträgen Botschaft des Bundesrates·S. 599
  • Laut der BSS-Studie im Auftrag des SBFI hätte die Assoziierung «viele Vorteile»; «Nachteile konnten wir keine feststellen» BSS-Studie EU-Forschung·S. 6
  • Laut Bundesrat ist der möglichst rasche Zugang zum gesicherten Galileo-Signal für Armee, Polizei und Rettungsdienste «von strategischer Notwendigkeit» Botschaft des Bundesrates·S. 636

Ein­schrän­kun­gen für die Schweiz

Im AlltagEin Lernender aus Giubiasco erhält ab 2027 Zugang zu allen Erasmus+-Aktivitäten, statt heute zu rund einem Drittel. Seine Schule kann europäische Projekte koordinieren.Hängt von der Umsetzung ab Faktenblatt EU-Programme·S. 2 Botschaft des Bundesrates·S. 571

Was das Paket die Schweiz kostet

Alle Kosten des Pakets

Das Wichtigste zum Paket

  1. Was das Paket die Schweiz kostet

    Laut Bundesrat verursacht das Paket für den Bundeshaushalt zusätzliche Ausgaben «im Umfang von rund 1,4 Milliarden Franken pro Jahr», ein Betrag, der im Jahr 2035 erreicht wird; über 90 Prozent gehen an die EU-Programme und an den regelmässigen Beitrag (Kohäsion und Migration).

    Was das Paket die Schweiz kostet : Was das Paket die Schweiz kostet
  2. Dynamische Rechtsübernahme

    In den Binnenmarktabkommen verpflichtet sich die Schweiz, künftige Entwicklungen des EU-Rechts, die in ihren Geltungsbereich fallen, «so rasch wie möglich» zu übernehmen.

    Die dynamische Rechtsübernahme Schritt für Schritt : Dynamische Rechtsübernahme
  3. Die Schweiz entscheidet in der EU nicht mit

    Die Schweiz ist kein EU-Mitglied: Sie hat weder Sitz noch Stimme im Rat der EU, keine Abgeordneten im Europäischen Parlament und kein Kommissionsmitglied.

    Wer verabschiedet die übernommenen Regeln? : Die Schweiz entscheidet in der EU nicht mit

Die weiteren Kernpunkte des Pakets

Im Detail

7 Rubriken · Quellen Seite für Seite

Der Text

Das EU-Pro­gramm­ab­kom­men (EUPA)

Das Ab­kom­men hat einen un­be­fris­te­ten all­ge­mei­nen Teil und Pro­to­kol­le für die ein­zel­nen Pro­gram­me. Die Pro­to­kol­le werden für jede Pro­gramm­ge­ne­ra­ti­on neu aus­ge­han­delt, in der Regel alle sieben Jahre1. Die Schweiz kann bei jeder Ge­ne­ra­ti­on wählen, an wel­chen Pro­gram­men sie teil­nimmt oder aus wel­chen sie aus­steigt2.

Für 2021–2027 umfasst es:

  • Forschung: Horizon Europe, Euratom, Digital Europe und ITER, den experimentellen Fusionsreaktor (das «Horizon-Paket»);
  • Bildung: Erasmus+, ab 2027;
  • Gesundheit: EU4Health, verknüpft mit dem Gesundheitsabkommen3.

Das EU-Pro­gramm­ab­kom­men wurde am 10. No­vem­ber 2025 un­ter­zeich­net, vor dem üb­ri­gen Paket, das am 2. März 2026 un­ter­zeich­net wurde4. Es wird rück­wir­kend auf den 1. Januar 2025 vor­läu­fig an­ge­wen­det, für ITER auf den 1. Januar 20265. Ra­ti­fi­ziert die Schweiz das Paket nicht, endet diese vor­läu­fi­ge An­wen­dung spä­tes­tens am 31. De­zem­ber 20286.

Was dieses Abkommen von den anderen un­ter­schei­det

Es ist kein Bin­nen­markt­ab­kom­men. Die Schweiz über­nimmt hier nicht lau­fend die Ent­wick­lung des EU-Rechts. Dieser Me­cha­nis­mus, die , gilt für andere Ab­kom­men des Pakets, das von Beginn an 94 EU-Ge­setz­ge­bungs­ak­te über­nimmt7. Hier braucht jede Pro­gramm­ge­ne­ra­ti­on ein neues Pro­to­koll und einen neuen Kredit8.

Die Regeln der Pro­gram­me legt die EU fest. Die Schweiz stimmt dar­über nicht ab: Sie hat weder einen Sitz im Rat der EU noch Ab­ge­ord­ne­te im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment. In der Regel hat sie auch in den Pro­gramm­aus­schüs­sen kein Stimm­recht9.

In den Bin­nen­markt­ab­kom­men geht eine ab­ge­lehn­te Über­nah­me zuerst an den , dann an ein . Wird dessen Ent­scheid nicht um­ge­setzt, folgen : die teil­wei­se und ver­hält­nis­mäs­si­ge Aus­set­zung von Vor­tei­len. Nach einem Streit über ein Bin­nen­markt­ab­kom­men dürfen sie die EU-Pro­gram­me, etwa die For­schung, nicht tref­fen10. Nur ein Streit über den Bei­trag oder über die Ge­sund­heit könnte zu Mass­nah­men bei den Pro­gram­men führen11.

Der Be­rech­nungs­schlüs­sel

Der berechnet sich wie folgt12:

  • operativer Beitrag: EU-Budget für das Programm × Anteil des Schweizer BIP am BIP der EU. Dieser Schlüssel beträgt 4,82 % in den Jahren 2025–2026 und wird für 2027 auf 4,97 % geschätzt13;
  • Teilnahmegebühren: 2,5 % des operativen Beitrags im Jahr 2025, 3 % im Jahr 2026, 4 % im Jahr 202714.

Be­zahlt wird in Euro: Die Schweiz trägt das Wech­sel­kurs­ri­si­ko15. Bis Ende 2027 wurden Ra­bat­te er­zielt: Der Schlüs­sel wird für Eu­ra­tom und ITER um 4,6 % und für Eras­mus+ um 30 % re­du­ziert16.

Für Ho­ri­zon Europe wirkt ein Kor­rek­tur­me­cha­nis­mus in beide Rich­tun­gen. Er­hal­ten die Schwei­zer For­scher zwei Jahre in Folge mehr als 8 % mehr, als die Schweiz ein­zahlt, be­zahlt sie einen Zu­schlag. Er­hal­ten sie min­des­tens 8 % we­ni­ger, sinkt ihr Bei­trag17.

Was es kostet

Horizon-Paket, Pflichtbeitrag an die EU, in Millionen Franken18:

Jahr 2025 2026 2027
Gesamtbeitrag 622,7 668,9 663,1
davon Horizon Europe 592,1 603,9 597,2

Mit den na­tio­na­len Kosten sieht der Bun­des­haus­halt 2027 für das Ho­ri­zon-Paket 682,05 Mil­lio­nen vor19. Diese Be­trä­ge werden aus den 6,15 Mil­li­ar­den Fran­ken fi­nan­ziert, die das Par­la­ment 2020 für 2021–2027 be­wil­ligt hat20. Von 2021 bis 2024 hatte der Bund ohne As­so­zi­ie­rung be­reits rund 2,65 Mil­li­ar­den für Über­gangs­mass­nah­men aus­ge­ge­ben21.

Eras­mus+ 2027: Bei­trag von 160,3 Mil­lio­nen, plus 15,8 Mil­lio­nen na­tio­na­le Kosten (Mo­ve­tia und Be­gleit­mass­nah­men), also 176,1 Mil­lio­nen. Mit einer Re­ser­ve von 16,5 Mil­lio­nen be­läuft sich der be­an­trag­te Kredit auf 192,6 Mil­lio­nen22.

Ab 2028 rech­net der Bun­des­rat ohne Ra­bat­te hoch: rund 254 Mil­lio­nen pro Jahr für Eras­mus+ und 691 Mil­lio­nen für das Ho­ri­zon-Paket. Diese Be­trä­ge blei­ben hy­po­the­tisch, so­lan­ge die EU-Bud­gets 2028–2034 nicht ver­ab­schie­det sind23.

Pro Kopf (Be­rech­nung: Betrag ÷ 9,13 Mil­lio­nen Ein­woh­ner Ende 2025, Brut­to­be­trä­ge): rund 73 Fran­ken für Ho­ri­zon im Jahr 2026 und 19 Fran­ken für Eras­mus+ im Jahr 2027. Ein gros­ser Teil fliesst an For­scher und Schu­len in der Schweiz zurück24.

Zu­sam­men mit dem Bei­trag machen die Pro­gram­me über neun Zehn­tel der Mehr­aus­ga­ben des Pakets aus. Laut Bun­des­rat be­tra­gen diese «rund 1,4 Mil­li­ar­den Fran­ken pro Jahr», ein Betrag, der 2035 er­reicht wird25.

Weltraum: das EUSPA-Abkommen

Die EUSPA ist die EU-Agen­tur, die Ga­li­leo (Sa­tel­li­ten­na­vi­ga­ti­on) und EGNOS (Prä­zi­si­ons­kor­rek­tur) be­treibt. Die Schweiz fi­nan­ziert Ga­li­leo und EGNOS be­reits mit: rund 59 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2025, ge­stützt auf ein Ab­kom­men von 201326.

  • Die Schweiz erhält einen Sitz im Verwaltungsrat, ohne Stimmrecht27.
  • Zusätzliche Kosten: rund 3,9 Millionen Franken pro Jahr (Agenturbudget von rund 84 Millionen Euro × 4,82 %, plus 2 % Gebühren)28.
  • Das Budget der Agentur ist unteilbar: Die Schweiz bezahlt auch einen Anteil an Copernicus (Erdbeobachtung) und an weiteren Komponenten, an denen sie nicht teilnimmt. Das Budget fliesst allerdings zu 95 % in Galileo und EGNOS29.
  • Das Abkommen eröffnet die Verhandlungen über das verschlüsselte Galileo-Signal (PRS), das Behörden vorbehalten und störungsresistent ist, für Armee, Polizei und Rettungsdienste. Den Zugang selbst gewährt es noch nicht30.
  1. 1Abkommen EU-Programme, Art. 1p. 6 Botschaft des Bundesratesp. 587 
  2. 2Faktenblatt EU-Programmep. 1 
  3. 3Botschaft des Bundesratesp. 587 
  4. 4Botschaft des Bundesratesp. 46 
  5. 5Botschaft des Bundesratesp. 562 
  6. 6Abkommen EU-Programme, Art. 18p. 22 
  7. 7Faktenblatt Institutionellesp. 3 
  8. 8Botschaft des Bundesratesp. 580 
  9. 9Botschaft des Bundesrates, Ziff. 2.1.6.2.1p. 94 Botschaft des Bundesratesp. 589 
  10. 10FZA: Institutionelles Protokoll, Art. 11p. 10 Faktenblatt Institutionellesp. 8 
  11. 11Abkommen Schweizer Beitrag, Art. 17p. 10 Gesundheitsabkommen Schweiz–EU, Art. 16p. 10 
  12. 12Abkommen EU-Programme, Art. 7p. 11 
  13. 13Botschaft des Bundesratesp. 604 
  14. 14Abkommen EU-Programme, Art. 7p. 12 
  15. 15Abkommen EU-Programme, Art. 7p. 12 
  16. 16Abkommen EU-Programme, Protokoll Ip. 36 Abkommen EU-Programme, Protokoll Ip. 39 
  17. 17Abkommen EU-Programme, Art. 9p. 14 Abkommen EU-Programme, Protokoll Ip. 35 
  18. 18Botschaft des Bundesratesp. 603 
  19. 19Botschaft des Bundesratesp. 1004 
  20. 20Botschaft des Bundesratesp. 602 
  21. 21Botschaft des Bundesratesp. 603 
  22. 22Botschaft des Bundesratesp. 597 Bundesbeschluss Kredit Erasmus+, Art. 1p. 1 
  23. 23Botschaft des Bundesratesp. 1004 
  24. 24Botschaft des Bundesratesp. 599 
  25. 25Botschaft des Bundesrates, Ziff. 3.1.1p. 1002 
  26. 26Botschaft des Bundesratesp. 632 
  27. 27Weltraumabkommen (EUSPA), Art. 2-3p. 2 
  28. 28Botschaft des Bundesratesp. 632 
  29. 29Botschaft des Bundesratesp. 625 
  30. 30Faktenblatt Weltraump. 1 Botschaft des Bundesratesp. 625 

Vorher / nachher

ThemaHeuteMit dem Paket
Status bei Horizon Europe
2021–2024: nicht assoziiertes Land, ohne ERC-Stipendien und ohne Projektkoordination
Assoziiertes Land seit 2025; Mittel direkt von der EU ausbezahlt
Wer die Forscher finanziert
Der Bund, über Übergangsmassnahmen (2,65 Milliarden für 2021–2024)
Die EU; die Schweiz leistet einen Pflichtbeitrag
ITER (Fusion)
Teilnahme unterbrochen
Mitglied von Fusion for Energy seit 2026, mit Stimmrecht
Erasmus+
«Schweizer Lösung»: rund ein Drittel der Aktivitäten, keine Projektkoordination
Volle Assoziierung ab 2027, sofern der Kredit bewilligt wird
Jährliche Kosten des Austauschs
Rund 55 Millionen (2025)
176,1 Millionen für 2027 vorgesehen
Galileo für Armee und Polizei
Keine Verhandlung über PRS möglich
Verhandlungen eröffnet
Nach 2027
—
Neues Protokoll und neuer Kredit nötig

Quellen der Tabelle:1.

  1. 1Botschaft des Bundesratesp. 570 Botschaft des Bundesratesp. 603 Botschaft des Bundesratesp. 593 Botschaft des Bundesratesp. 571 Botschaft des Bundesratesp. 1002 Botschaft des Bundesratesp. 597 Botschaft des Bundesratesp. 625 Botschaft des Bundesratesp. 580 

Im Alltag

Grad der Gewissheit:SicherWahrscheinlichHängt von der Umsetzung ab
  • Ein Doktorand an der EPFL in einem Marie-Skłodowska-Curie-Netzwerk

    Sein Labor nimmt an einem europäischen Doktorandennetzwerk (MSCA) teil, das Dissertationen in mehreren Ländern finanziert. Seit der Assoziierung kann die EPFL vollwertige Begünstigte sein und die EU-Mittel direkt erhalten. Von 2021 bis 2024 waren ihr die meisten dieser Aktionen verschlossen1. Nach 2027 hängt alles vom nächsten Protokoll ab.

    Sicher
  • Ein Mi­kro­bio­lo­gie-Team und sein ERC-Stipendium

    Der Bundesrat nennt eine Schweizer Professorin, die vom Europäischen Forschungsrat eine Million Franken erhalten hat. Ihr Projekt: verhindern, dass Mikroben das Trinkwasser verunreinigen2. Ohne Assoziierung kann ein Forscher von der Schweiz aus keinen ERC-Antrag stellen; er muss in ein assoziiertes Land wechseln3.

    Sicher
  • Ein Bä­cker­lehr­ling aus Giubiasco im Praktikum in Lyon

    Er macht ein zweimonatiges Praktikum in einer handwerklichen Bäckerei, mit einem Erasmus+-Stipendium für Reise, Unterkunft und Lebenshaltungskosten4. Mit der vollen Assoziierung nimmt er am europäischen Programm selbst teil. Die Schweizer Lösung steht nur rund einem Drittel der Aktivitäten offen5. Voraussetzungen: Auch der Nationalrat bewilligt den Kredit, Movetia wird akkreditiert, und das Paket wird nicht abgelehnt6.

    Hängt von der Umsetzung ab
  • Ein Medtech-Start-up aus Neuenburg

    Es kann ein Gesuch beim EIC Accelerator einreichen, der einen Zuschuss und manchmal eine Kapitalbeteiligung bietet. Dieses Instrument war von 2021 bis 2024 verschlossen. Unter Horizon 2020 entfielen rund 70 % der Beteiligungen Schweizer Unternehmen auf KMU und Start-ups7.

    Sicher
  • Die HES-SO in der Hoch­schul­al­li­anz UNITA

    Mit Erasmus+ wird sie vollwertige Partnerin und kann Projekte lancieren und koordinieren, was die Schweizer Lösung nicht erlaubt8.

    Hängt von der Umsetzung ab
  • Eine Kan­tons­po­li­zei und GPS-Störungen

    Das verschlüsselte Galileo-Signal ist so ausgelegt, dass es Störungen und Fälschungen widersteht. Die Kantone könnten es für den Bevölkerungsschutz nutzen. Zuerst braucht es aber ein PRS-Abkommen, das noch auszuhandeln ist, sowie spezielle Empfänger9.

    Hängt von der Umsetzung ab
  1. 1Botschaft des Bundesratesp. 573 
  2. 2Faktenblatt EU-Programmep. 2 
  3. 3BSS-Studie EU-Forschungp. 6 
  4. 4Faktenblatt EU-Programmep. 2 
  5. 5Botschaft des Bundesratesp. 571 
  6. 6Botschaft des Bundesratesp. 601 
  7. 7Botschaft des Bundesratesp. 611 
  8. 8Faktenblatt EU-Programmep. 2 Botschaft des Bundesratesp. 576 
  9. 9Botschaft des Bundesratesp. 625 Botschaft des Bundesratesp. 633 

Was sich für das Funk­tio­nie­ren der Schweiz ändert

Direkte Demokratie

Das EU-Programmabkommen und das EUSPA-Abkommen sind Teil des Bundesbeschlusses «Stabilisierung», der dem Referendum untersteht. Der Ständerat hat diesen Beschluss am 30. September 2026 mit 25 zu 16 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen1. Die Kredite, etwa jener für Erasmus+, sind einfache Bundesbeschlüsse und unterstehen nicht dem Referendum2.

Parlament

Jede Programmgeneration erfordert einen neuen Kredit. Das Parlament behält die Kontrolle über die künftige Teilnahme3. Der Erasmus+-Kredit braucht die Mehrheit der Mitglieder beider Räte (Ausgabenbremse)4.

Aus­gleichs­mass­nah­men

Nach einem Streit über ein Binnenmarktabkommen darf keine Ausgleichsmassnahme die Forschung treffen5.

Gerichte und Kontrollen

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) und die Europäische Staatsanwaltschaft können die Verwendung der Mittel auf Schweizer Boden kontrollieren. Der Bundesrat räumt einen Eingriff in die Privatsphäre ein, den er für verhältnismässig hält6.

Kantone

Die kantonalen Schulen werden die wichtigsten Begünstigten von Erasmus+ sein und europäische Projekte koordinieren können7.

Neutralität

Die Schweiz ist von den Bereichen «Cybersicherheit» und «Halbleiter» von Digital Europe ausgeschlossen8.

Kosten

682,05 Millionen Franken für das Horizon-Paket und 176,1 Millionen für Erasmus+ im Jahr 2027. Die EUSPA kostet 3,9 Millionen pro Jahr, eine völkerrechtliche Verpflichtung, auf deren Höhe die Schweiz «keinen Einfluss» hat9.
  1. 1Ständerat, Abstimmungsprotokoll 8570, 30.09.2026 Quelle 
  2. 2Botschaft des Bundesratesp. 1033 Bundesbeschluss Kredit Erasmus+, Art. 3p. 2 
  3. 3Botschaft des Bundesratesp. 602 
  4. 4Botschaft des Bundesratesp. 618 
  5. 5Faktenblatt Institutionellesp. 8 
  6. 6Abkommen EU-Programme, Art. 11-12p. 15 Botschaft des Bundesratesp. 591 
  7. 7Botschaft des Bundesratesp. 610 Botschaft des Bundesratesp. 619 
  8. 8Botschaft des Bundesratesp. 592 
  9. 9Botschaft des Bundesratesp. 1004 Botschaft des Bundesratesp. 632 Botschaft des Bundesratesp. 636 

Pro und Contra

Jede Position wird ihren Urhebern zugeschrieben und mit den Texten verknüpft. Beide Spalten haben das gleiche Gewicht.

Argumente der Befürworter

  • Bundesrat

    Diese Programme kennen «keine vergleichbaren Alternativen»; laut einer Studie der EU-Kommission sei EU-finanzierte Forschung 15 % effizienter als nationale Mittel1.

  • BSS-Studie im Auftrag des SBFI

    Nationale Massnahmen ersetzen weder den Reputationseffekt noch den internationalen Wettbewerb2.

  • Ecoplan

    Ohne Assoziierung läge das BIP bei gleichen Mitteln 2045 um 0,18 % tiefer3.

  • Kantone Basel-Stadt, Thurgau und St. Gallen

    Standesinitiativen zugunsten von Erasmus+4.

  • Vernehmlassung zur EUSPA

    39 von 40 Teilnehmern dafür, darunter KdK, SP, die Grünen, die Mitte und der Schweizerische Arbeitgeberverband5.

Argumente der Gegner

  • SVP

    grundsätzliche Ablehnung von Erasmus+ und «kritische» Haltung zur EUSPA in der Vernehmlassung6.

  • Die Mitte (Vernehmlassung)

    Ablehnung von Erasmus+ wegen der «hohen Kosten»7.

  • Benedikt Würth (Die Mitte)

    «Die Kosten kennen nur eine Richtung»8.

  • Wirtschaftsdachverbände (Vernehmlassung)

    auf Erasmus+ verzichten, falls die Kosten zulasten der übrigen Bildung und Forschung gehen9.

  • Die Grünen

    ganz oder teilweise auf Euratom verzichten10.

  • Vom Bundesrat anerkannte Kritik

    Die Schweiz bezahlt die EUSPA auch für Komponenten, an denen sie nicht teilnimmt, ohne Rückerstattung bei einem Austritt11.

  1. 1Botschaft des Bundesratesp. 565 Botschaft des Bundesratesp. 599 
  2. 2BSS-Studie EU-Forschungp. 6 
  3. 3Botschaft des Bundesratesp. 611 
  4. 4Botschaft des Bundesratesp. 585 
  5. 5Botschaft des Bundesratesp. 627 
  6. 6Botschaft des Bundesratesp. 587 Botschaft des Bundesratesp. 627 
  7. 7Botschaft des Bundesratesp. 587 
  8. 820 Minuten, 01.10.2026 Quelle 
  9. 9Botschaft des Bundesratesp. 587 
  10. 10Botschaft des Bundesratesp. 587 
  11. 11Botschaft des Bundesratesp. 626 

Offene Punkte

  1. Kosten 2028–2034: Die EU-Kommission schlägt starke Erhöhungen für Horizon Europe und Erasmus+ vor. Die Schweizer Finanzierungsbotschaft wird 2027 erwartet Botschaft des Bundesrates·S. 580.
  2. Wechselkurs und EU-Budget: Die Erasmus+-Reserve deckt im schlimmsten Fall eine Erhöhung um höchstens 32,9 Millionen Botschaft des Bundesrates·S. 595.
  3. Abstimmung im Nationalrat über den Erasmus+-Kredit und Datum der Akkreditierung von Movetia: ausstehend Botschaft des Bundesrates·S. 568.
  4. PRS-Abkommen: Zeitplan und Kosten unbekannt Botschaft des Bundesrates·S. 633.
  5. Bei einem Nein des Volkes: Ausstieg aus der vorläufigen Anwendung und Rückkehr zu nationalen Massnahmen, nach einem nicht festgelegten Zeitplan Botschaft des Bundesrates·S. 617.

Quellen

Offizielle Dokumente zu diesem Thema, in deutscher Fassung, soweit vorhanden.

  1. Botschaft des BundesratesBotschaft über das Paket «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU (Bilaterale III)»13. März 2026 · PDF, 1086 Seiten
  2. Abkommen EU-ProgrammeAbkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Union und der Europäischen Atomgemeinschaft andererseits über die Teilnahme der Schweizerischen Eidgenossenschaft an Programmen der Union13. März 2026 · PDF, 50 Seiten
  3. Weltraumabkommen (EUSPA)Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Union über die Modalitäten und Bedingungen für die Beteiligung der Schweizerischen Eidgenossenschaft an der Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm13. März 2026 · PDF, 18 Seiten
  4. Bundesbeschluss Kredit Erasmus+Bundesbeschluss über einen Verpflichtungskredit für die Finanzierung der Schweizer Beteiligung am EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Jahr 202713. März 2026 · PDF, 2 Seiten
  5. Faktenblatt EU-ProgrammeFaktenblatt: EU-Programme13. März 2026 · PDF, 3 Seiten
  6. Faktenblatt WeltraumFaktenblatt: Weltraum13. März 2026 · PDF, 3 Seiten
  7. BSS-Studie EU-ForschungBSS Volkswirtschaftliche Beratung: «Einzelförderung der EU-Rahmenprogramme für Forschung und Innovation – Auswirkungen der Schweizer Beteiligung»28. Januar 2025 · PDF, 32 Seiten

Häufige Fragen

Ist die Schweiz an Horizon Europe assoziiert?

Ja. Das EU-Programmabkommen, unterzeichnet am 10. November 2025, wird rückwirkend auf den 1. Januar 2025 vorläufig angewendet. Diese vorläufige Anwendung endet spätestens am 31. Dezember 2028, wenn die Schweiz das Paket nicht ratifiziert Faktenblatt EU-Programme·S. 1 Abkommen EU-Programme·Art. 18·S. 22

Mit dem Assistenten vertiefen
Was kostet Horizon Europe die Schweiz?

Der Pflichtbeitrag an das Horizon-Paket (Horizon Europe, Euratom, ITER, Digital Europe) beträgt 622,7 Millionen Franken im Jahr 2025, 668,9 Millionen im Jahr 2026 und 663,1 Millionen im Jahr 2027 Botschaft des Bundesrates·S. 603. Mit den nationalen Kosten sieht der Bundeshaushalt 2027 682,05 Millionen vor Botschaft des Bundesrates·S. 1004

Mit dem Assistenten vertiefen
Erasmus+ Schweiz 2027: Ab wann kann man ins Ausland?

Die Assoziierung beginnt am 1. Januar 2027, sofern das Parlament den Kredit von 192,6 Millionen bewilligt und Movetia akkreditiert wird. Der Ständerat hat Ja gesagt; der Nationalrat muss noch abstimmen Bundesbeschluss Kredit Erasmus+·Art. 1·S. 1 Botschaft des Bundesrates·S. 568

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Steht Erasmus+ auch Schweizer Lernenden offen?

Ja. Die Assoziierung öffnet alle Aktivitäten von Erasmus+, auch für Lernende, Schüler und Schulen, die zudem Projekte koordinieren können Faktenblatt EU-Programme·S. 2 Botschaft des Bundesrates·S. 571

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Warum kostet Erasmus+ mehr als die Schweizer Lösung?

Der Zugang ist vollständig, das EU-Budget hat sich seit 2014 fast verdreifacht, und der Anteil des Schweizer BIP ist mit dem Brexit gestiegen. Die Schweizer Lösung kostet rund 55 Millionen pro Jahr; Erasmus+ würde 2027 176,1 Millionen kosten Botschaft des Bundesrates·S. 599 Botschaft des Bundesrates·S. 1002 Botschaft des Bundesrates·S. 597

Mit dem Assistenten vertiefen
Worüber kann das Volk abstimmen?

Über das EU-Programmabkommen, das Teil des Bundesbeschlusses «Stabilisierung» ist. Der Erasmus+-Kredit hingegen ist ein einfacher Bundesbeschluss, der nicht dem Referendum untersteht Bundesbeschluss Kredit Erasmus+·Art. 3·S. 2 Botschaft des Bundesrates·S. 1033

Mit dem Assistenten vertiefen
Galileo und die Schweiz: Was ändert das EUSPA-Abkommen?

Die Schweiz tritt der Agentur bei, die Galileo betreibt, für rund 3,9 Millionen Franken pro Jahr, mit einem Sitz ohne Stimmrecht. Das ist die Bedingung der EU, um über den Zugang zum gesicherten PRS-Signal zu verhandeln. Das kostenlose Galileo auf dem Handy ist nicht betroffen Botschaft des Bundesrates·S. 632 Faktenblatt Weltraum·S. 1 Weltraumabkommen (EUSPA)·Art. 2-3·S. 2

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Was passiert mit Horizon Europe, wenn das Paket abgelehnt wird?

Der Bundesrat müsste die vorläufige Anwendung beenden. Bereits bezahlte Beiträge blieben für die Projekte des betreffenden Jahres verwendbar, ohne neue finanzielle Verpflichtung Botschaft des Bundesrates·S. 617

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Wei­ter­füh­rend

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  2. 2AbstimmungshilfeEinige Fragen betreffen dieses Thema. Wenige Minuten.
  3. 3Eine Frage stellenEine genaue Frage? Antwort aus den Texten, mit Seitenangabe.

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